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Firma Wilhelm Schröder führt Neustrukturierung durch - Neue Halle für Spritzgießerei in Betrieb genommen
"Mit Vollgas durch die Krise" Bernhard Schlütter
Herscheid. Ohne Blessuren ist die Firma Wilhelm Schröder in der Finanzkrise nicht geblieben, aber das Unternehmen in Hüinghausen hat das vergangene Jahr genutzt, um sich neu aufzustellen. "Mehr Gas geben, um durchzukommen", nennt Kai Okulla, seit dem Jahr 2008 geschäftsführender Gesellschafter die Devise und kann dabei auf eine "gute Mannschaft" zählen.
Zur Mannschaft gehören knapp 100 Mitarbeiter. 20 Leute sind seit Herbst 2008 in mehreren Schritten entlassen worden. "Auch wir haben einen dramatischen Umsatzrückgang erlebt, der sich zwischen 30 und 40 Prozent bewegt", begründet Okulla die Maßnahmen im personellen Bereich. Gleichzeitig wurden umfangreiche Schritte zur Neustrukturierung in Gang gesetzt. Im Februar dieses Jahres ist die neue Halle für die Kunststoffspritzerei in Betrieb genommen worden. Derzeit zieht der Werkzeugbau in die alte Kunststofffertigungshalle um. Als nächstes, wenn alles planmäßig läuft, steht im Jahr 2011 die Erweiterung der Halle für die Stanztechnik auf dem Plan. Ergänzent zur räumlichen Optimierung des Produktionsablaufes investiert Schröder in moderne Maschinen und erhöht gezielt den Automatisierungsgrad. Im Jahr 2012 will Okulla die Neustrukturierung abgeschlossen haben. Die Investitionen werden sich bis dahin auf ca. drei Millionen Euro summieren. "Unter den dann geschaffenen Bedingungen können wir mit unserer schlankeren Struktur arbeiten", ist der Geschäftsführer zuversichtlich. "Beweglichkeit und Innovation", nennt Okulla als die Voraussetzungen für das erfolgreiche Bestehen auf dem Markt. Daher entwickeln die Fachleute bei Schröder laufend neuartige Teile, haben sich vor allem auf die Kombination von Kunststoff und Metall spezialisiert. Dadurch werden beträchtliche Mengen an Material eingespart. "Das bedeutet weniger Kosten für unsere Kunden und sichert uns weitere Aufträge", so Okulla. Diese kommen je zur Hälfte aus dem Bereich der sogenannten weißen Ware und der Automotive-Industrie. "Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern" Um an neuen Entwicklungen teilzuhaben, initiiert und fördert die Schröder GmbH landesweite Netzwerke. "Wir arbeiten mit der Technischen Universität Dortmund zusammen und wollen künftig mehr innovative Projekte mit dem Kunststoffinstitut Lüdenscheid und dem Kompetenz- und Innovationszentrum der Stanztechnik in Dortmund (KIST) durchführen", nennt Kai Okulla beispielhaft einige Netzwerkpartner. In diesem Jahr hat die Firma Wilhelm Schröder erstmals drei Patente anmelden können, zwei im Bereich der Medizintechnik, eins im Automotivebereich. "Von diesen Netzwerken profitieren aber nicht nur wir, sondern die ganze Region", ist Okulla überzeugt, daß die mittelständischen Unternehmen im Sauerland das Wissen von Hochschulen und anderen Wissenschaftspartnern für sich nutzen können und müssen. Seit 2008 gehört die Firma Schröder dem Verein Kunststoffland NRW an, der sich vom 13. bis zum 17. Oktober mit einem Gemeinschaftststand auf der FAKUMA in Friedrichshafen präsentiert, einer internationalen Fachmesse für Kunststofftechnologien. Von dieser Messe verspricht sich Kai Okulla einen weiteren Ausbau des europäischen Vertriebs für sein Unternehmen, das bisher Vertretungen in der Schweiz (auch für Österreich) und Frankreich (auch für die Benelux-Länder) unterhält. Bei Schröder in Hüinghausen wird weiter Gas gegeben, denn so hat es Kai Okulla von seinem Schwiegervater gelernt. "Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen."
DREI FRAGEN AN: Kai Okulla Wie beschreiben Sie die derzeitige Situation der Firma Wilhelm Schröder? Nach dem dramatischen Umsatzrückgang, den auch wir erlebt haben, verspüren wir seit Juli/August einen positiven Trend. Unsere Neuanläufe von Serien entwickeln sich gut. Günstig ist, daß wir nicht nur von einer Branche abhängig sind. Wir bewegen uns auf einem Níveau, mit dem man planen kann, wenn es stabil bleibt. Zukünftig werden wir mit einem eigenen Produkt in der Medizintechnik vertreten sein. Sie wollen ihren Vertrieb europaweit ausbauen. Was bedeutet das für den Standort Hüinghausen? Er wird gestärkt! Hier werden unsere Produkte entwickelt und die neuen Serien gefertigt. Der Standort Hüinghausen ist unser Impuls und wird nicht in Frage gestellt. Welchen Stellenwert hat die Ausbildung junger Leute? Wir haben einen großen Anteil langjähriger Mitarbeiter und werden dem entsprechend in den nächsten Jahren immer wieder junge Fachkräfte brauchen. Derzeit haben wir im kaufmännischen Bereich, im neuen Berufsfeld der Stanz- und Umformtechnik sowie in einem Verbundstudiengang Kunststofftechnik je einen Auszubildenden.
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